Coronavirus in Kambodscha – Hinweise für Reisen

Patrick Woessner am
Coronavirus (Covid-19) in Kambodscha - Reisehinweise
Bislang gibt es nur wenige Fälle des Coronavirus (Covid-19) in Kambodscha. Dennoch hat die Regierung Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen - diese betreffen insbesondere Reisen nach Kambodscha.
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Das Coronavirus (SARS-CoV-2) macht auch vor dem „Kingdom of Wonder“ nicht Halt.

Zwar gibt es bis dato nur wenige registrierte Fälle, jedoch wollen die Offiziellen in Kambodscha wohl das Möglichste tun, es dabei zu belassen.

Zunächst verhängte Kambodscha ein Einreiseverbot für Bürger mehrerer europäischer Länder – darunter auch Deutschland.

Mittlerweile werden Einreisen prinzipiell wieder ermöglicht.

Jedoch hat Kambodscha Einschränkungen bei der Visumvergabe sowie Test- und Quarantäne-Regeln erlassen, die für viele Reisende de facto einer weiteren Einreisesperre gleichkommen dürften.

Coronavirus (SARS-CoV-2) in Kambodscha

Am 17.03.2020 wurde das Einreiseverbot verhängt.

Damals lagen nur wenige bestätigte Fälle, bei denen ein Patient mit Covid-19 erkrankt ist, vor.

Lediglich 7 bestätigte Fälle gab es zu diesem Zeitpunkt im „Kingdom of Wonder“ – ein Khmer und sechs ausländische Covid-19-Patienten.

Zwischenzeitlich stieg die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle.

Derzeit gibt es 128 bekannte Erkrankungen in Kambodscha, wovon 125 bereits als wieder genesen gelten (Quelle: Khmer Times, Stand 14.06.2020).

Maßnahmen bezüglich Covid-19 in Kambodscha

Kommentar von Patrick

Derzeit wird vermutlich niemand eine kurzfristige Kambodscha-Reise planen. Davon abgesehen gibt es viele Einschränkungen, die die Einreise derzeit schwierig bis unmöglich machen.

Einreiseverbot für bestimmte Nationalitäten aufgehoben

Ab dem 17.03.2020 war zunächst ein Einreiseverbot in Kraft.

Neben Bürgern aus vier europäischen Ländern (Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich) durften auch Bürger der USA nicht mehr einreisen.

Zusätzlich sind Einschränkung bei der Visum-Vergabe angekündigt (siehe unten).

Ein Einreiseverbot klingt erstmal dramatisch.

Zu diesem Zeitpunkt dürfte jedoch praktisch jedermann ohnehin seine Reisepläne zusammengestrichen haben (und der Flugverkehr kam zum Erliegen).

Seit dem 20.05.2020 ist das Einreiseverbot aufgehoben.

Jedoch ist Voraussetzung, dass Reisende bereits in Besitz eines gültigen Visums für Kambodscha sind.

Einschränkungen bei der Visum-Vergabe (siehe nächster Abschnitt) gelten weiter.

Kein e-Visum (eVisa) oder Visa on Arrival zu touristischen Zwecken mehr

Änderungen gibt es auch beim Visum für Kambodscha.

Im Kampf gegen Coronavirus (SARS-CoV-2) wird die Ausstellung des e-Visum (auch eVisa oder Online-Visum) sowie das Visa on Arrival für Touristen ab dem 31.03.2020 ausgesetzt.

Diese Regelung (siehe hier) gilt weiterhin.

Wer dennoch nach Kambodscha reisen möchte (viele wird es nicht geben), muss mit Gesundheitszeugnis und Nachweis einer Auslandskrankenversicherung persönlich bei einer Kambodschanischen Auslandsvertretung vorsprechen.

Weiterhin werden bei Einreise ein Coronavirus-Test und Maßnahmen zur Isolierung und Quarantäne angeordnet (siehe nächster Abschnitt).

Coronavirus-Test, Quarantäne und 3.000,- US$ „Kaution“ bei Einreise

Neue Regelungen gibt es für die Einreise nach Kambodscha.

Ausländer können mit gültigem Visum mittlerweile wieder nach Kambodscha reisen, müssen jedoch einen komplizierten „Gesundheitsprozess“ durchlaufen.

Wie folgt soll sich die Ankunft am Flughafen gestalten:

  • Bezahlung von 3.000 US$ Kaution für virusbezogene Maßnahmen (zahlbar in bar oder per Kreditkarte)
  • Transfer zum Test-Zentrum (5,- US$) und Durchführung des Coronavirus-Tests (100,- US$)
  • Unterbringung für eine Nacht in einem speziellen Hotel bis zum Vorliegen des Ergebnisses (30,- US$ Übernachtungspauschale und 30,- US$ Verpflegungspauschale)

Falls der eigene Coronavirus-Test sowie die Tests aller weiteren Passagiere des Fluges negativ ausfällt, darf war es das.

Den verbliebenen Betrag der 3.000 US$ Kaution bekommt man erstattet.

Gibt es einen positiven Fall auf dem Flug, muss man in Quarantäne.

Die Quarantäne wird für 14 Tage angeordnet, man zahlt 84 US$ pro Nacht in einem Hotel und muss einen weiteren Coronavirus-Test absolvieren (100,- US$).

Erkrankt man an Covid-19, wird man in ein Krankenhaus überführt, wo 225,- US$ Behandlungspauschale je Tag Behandlung anfallen.

Bis zu vier weitere Coronavirus-Tests je 100,- US$ können während der Behandlung angeordnet werden.

Selbst eine Regelung für den Todesfall durch Covid-19 gibt es. Hierfür werden 1.500 US$ für die Einäscherung berechnet.

Über die Test- und Quarantänemaßnahmen inkl. Kaution berichtete die Khmer Times (Artikel vom 11.06.2020).

Kambodscha-Reisen derzeit kaum durchführbar

Mit den derzeitigen Maßnahmen, die Einschränkungen bei der Visumvergabe sowie einen verpflichtenden Coronavirus-Test bei Einreise mit hoher Kaution vorsehen, dürften touristische Reisen nach Kambodscha für kaum jemanden interessant sein.

Derzeit gilt auch noch eine Reiswarnung des Auswärtigen Amtes.

Außerdem ist der Flugverkehr weiterhin stark eingeschränkt.

Für einen (eher kurzen) Aufenthalt zu touristischen Zwecken sind die Hürden viel zu hoch.

Wer gerne nach Kambodscha reisen möchte um Angkor Wat und weitere Sehenswürdigkeiten zu besuchen, ist gut damit beraten, die Reise zu verschieben und die aktuelle Lage weiter zu beobachten.

Aktuelle Informationen für Reisen nach Kambodscha

Erste Anlaufstelle für Informationen für Reisende ist stets das Auswärtige Amt.

Die Reisehinweise für Kambodscha wurden während der Coronavirus-Krise fortlaufend aktualisiert.

Zusätzlich gibt es eine Covid-19-Informationsseite beim Auswärtigen Amt.

Bis auf Weiteres dürfte es stets angeraten sein, kurzfristige Reisen nach Kambodscha zu verschieben, sofern eine solche Reise überhaupt noch möglich wäre (Einschränkungen bei Visumvergabe und im Flugverkehr sowie Test- und Quarantäne-Regeln).

Tourismus in Kambodscha im Krisenmodus

Angkor Wat in Kambodscha
Normalerweise ein Besuchermagnet – Angkor Wat in Kambodscha.

Auch mit nur wenigen Fällen von Covid-19 im Land können die Auswirkungen gravierend sein.

Das zeigt Kambodscha.

So sind die Ticketverkäufe für Angkor Wat und die weiteren Tempel von Angkor im Februar 2020 regelrecht eingebrochen.

Wurden im Dezember 2019 noch mehr als 208.000 Tickets und im Januar 2020 noch mehr als 222.000 Tickets verkauft, haben sich die Besucherzahlen im Februar 2020 fast halbiert.

Hier wurden noch knapp 119.000 Tickets verkauft.

Im März 2020 (42.169 Tickets), April 2020 (654 Tickets) und Mai 2020 (1.776 Tickets) hat sich der Trend weiter fortgesetzt – siehe Webseite von Angkor Enterprise.

Natürlich sind die Ticketverkäufe nur ein Aspekt.

Von Freunden in Siem Reap, die im Tourismus tätig sind, wird mir berichtet, dass es überall sehr ruhig ist. Das betrifft z.B. auch Hotels, Restaurants, Bus-Unternehmen, Tour-Anbieter oder Taxi-Fahrer.

Auch anderswo zeigt der Coronavirus in Kambodscha seine Spuren.

Sihanoukville hat in den letzten Jahren einen von chinesischen Investoren befeuerten Bauboom erlebt, der durchaus negativ gesehen werden darf.

Der chinesische Tourismus ist jedoch erstmal zusammengebrochen.

Einerseits soll es jetzt sehr ruhig in Sihanoukville sein. Andererseits bricht die komplette Nachfrage weg, was dem Bau-Wahnsinn ein katastrophales Ende bescheren könnte.

Wie auch anderswo also – der Coronavirus in Kambodscha führt zu viel Unsicherheit.

Patrick WoessnerAutor
Ich bin Patrick (32) und ich bin viel unterwegs. Der Reiseblog Trip Angkor ist nach der zweiten Kambodscha-Reise entstanden. Mittlerweile sind es noch noch einige mehr Reisen dorthin geworden. Mit der Zeit bin ich so etwas wie ein Kambodscha-Experte geworden und teile hier meine Erfahrungen.
Mehr Infos zu mir gibt es hier bei Trip Angkor auf der oder auch auf meiner Persönlichen Webseite.

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