Coronavirus in Kambodscha – Einreisesperre

Patrick Woessner am
Coronavirus (Covid-19) in Kambodscha - Reisehinweise
Bislang gibt es nur wenige Fälle des Coronavirus (Covid-19) in Kambodscha. Dennoch hat die Regierung nun Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen - darunter auch ein vorübergehendes Einreiseverbot für deutsche Staatsbürger.
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Das Coronavirus (SARS-CoV-2) macht auch vor dem „Kingdom of Wonder“ nicht Stopp.

Zwar gibt es bis dato nur wenige registrierte Fälle, jedoch wollen die Offiziellen in Kambodscha nun wohl das Möglichste tun, es dabei zu belassen.

Seit Dienstag, den 17.03.2020 verhängt Kambodscha ein Einreiseverbot für Bürger mehrerer europäischer Länder – und darunter ist auch Deutschland.

Coronavirus (SARS-CoV-2) in Kambodscha

Zum Zeitpunkt, zu dem das Einreiseverbot verhängt wurde, gab es nur wenige bestätigte Fälle, bei denen ein Patient mit Covid-19 erkrankt ist. Lediglich 7 bestätigte Fälle gab es zu diesem Zeitpunkt im „Kingdom of Wonder“ – ein Khmer und sechs ausländische Covid-19-Patienten.

Premierminister Hun Sen wies zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass es keinen Anlass gibt, an diesen offiziellen Zahlen zu zweifeln. So berichtete die Khmer Times.

Zu diesem Zeitpunkt sollte somit lediglich ein Einheimischer an Covid-19 erkrankt sein. Die weiteren Infektionsfälle wurden von Ausländern eingeschleppt.

Vor dem Hintergrund war es irgendwie verständlich, dass Kambodscha die Grenzen schließt.

Ob Einreisesperren die Ausbreitung des Virus verhindern können, darüber dürfen sich Experten streiten. Andere Länder reagieren jedenfalls ähnlich wie Kambodscha.

Zwischenzeitlich sind die Covid-19-Fallzahlen in Kambodscha angestiegen. Mittlerweile gibt es 103 bestätigte Fälle im Land (Stand: 29.03.2020, via Khmer Times):

  • 43 Kambodschaner
  • 36 Franzosen
  • 12 Malayen
  • 5 Briten
  • 2 Indonesier
  • 2 Amerikaner
  • 1 Kanadier
  • 1 Chinese
  • 1 Belgier

Zusätzlich gab es einen Quarantäne-Fall auf einem Flusskreuzfahrtschiff von Viking Cruises, die Bassac Pandaw.

Denn auf diesem Schiff erkrankten drei Briten an Covid-19. Diese wurden in Krankenhäuser überführt; die restlichen Passagiere mussten sich einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen.

Zwischenzeitlich wurde die Quarantäne aufgehoben und die Passagiere durften nach negativem Covid-19-Test ausreisen.

Dazu diesem Zeitpunkt der reguläre Flugbetrieb bereits stark eingeschränkt war, wurde für die Abreise teils Charter-Flüge arrangiert (Quelle: Khmer Times).

Maßnahmen bezüglich Covid-19 in Kambodscha

Kommentar von Patrick

Derzeit wird vermutlich niemand eine kurzfristige Kambodscha-Reise planen – und das auch ist gut so. Davon abgesehen gibt es viele Einschränkungen, die die Einreise derzeit schwierig bis unmöglich machen.

Einreiseverbot für bestimmte Nationalitäten

Seit dem 17.03.2020 ist ein Einreiseverbot in Kraft.

Neben Bürgern aus vier europäischen Ländern (Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich) dürfen auch Bürger der USA für einen Monat nicht mehr einreisen.

Zusätzlich sind Einschränkung bei der Visum-Vergabe angekündigt (siehe unten).

Ein Einreiseverbot klingt erstmal dramatisch.

Tatsächlich dürften viele Reisende ohnehin bereits die Reisepläne geändert haben. Politiker hierzulande empfehlen schließlich seit wochen, nach Möglichkeit auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Vom Auswärtigen Amt hieß es zunächst:

Überprüfen Sie kritisch, ob Ihre geplante Reise ins Ausland derzeit wirklich notwendig ist oder nicht verschoben werden kann.

Mittlerweile wurde dieser Hinweis zu einer weltweite Reiswarnung verschärft, die somit auch Kambodscha betrifft:

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland wird derzeit gewarnt. Sie müssen mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im Reiseverkehr, mit Quarantäne­maßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens rechnen.

Außerdem gibt es viel Unsicherheit rund um den Coronavirus – Covid-19.

Ein formales Reiseverbot hilft nun jedenfalls dabei, Stornierungen oder Umbuchungen gegenüber touristischen Leistungsträgern durchzusetzen.

Kein e-Visum (eVisa) oder Visa on Arrival zu touristischen Zwecken mehr

Änderungen gibt es auch beim Visum für Kambodscha.

Im Kampf gegen Coronavirus (SARS-CoV-2) wird die Ausstellung des e-Visum (auch eVisa oder Online-Visum) sowie das Visa on Arrival für Touristen ab dem 31.03.2020 für zunächst einen Monat ausgesetzt.

Wer dennoch nach Kambodscha reisen möchte (viele wird es nicht geben), muss mit Gesundheitszeugnis und Nachweis einer Auslandskrankenversicherung persönlich bei einer Kambodschanischen Auslandsvertretung vorsprechen.

Weiterhin werden bei Einreise Gesundheits-Checks und Maßnahmen zur Isolierung und Quarantäne angeordnet.

Weitere Maßnahmen zur Eindämmung

Um einen großflächigen Coronavirus-Ausbruch in Kambodscha zu verhindern, werden weiterhin verlängerte Ferien für Schulen in Phnom Penh und Siem Reap angeordnet.

Die Schulschließungen könnten auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass einer der mit Covid-19 infizierten Ausländer in einer Schule in Phnom Penh als Lehrer tätig war.

Weiterhin ist es Kreuzfahrtschiffen nicht mehr gestattet, Häfen in Kambodscha anzulaufen. Sowohl Hochseeschiffe wie auch Flussschiffe sind betroffen.

Über die Maßnahmen zur Eindämmung von Coronavirus in Kambodscha berichtet die Phnom Penh Post.

Rückholaktion für gestrandete Urlauber in Kambodscha

Das Auswärtige Amt hat eine Rückholaktion für gestrandete Urlauber gestartet.

Diese gilt auch für Kambodscha. Laut der Deutschen Botschaft in Phnom Penh, wurde mittlerweile alle Urlauber, die sich gemeldet haben, kontaktiert und über Rückhol-Flüge informiert (siehe Webseite).

Kambodscha hat ein vergleichsweise einfaches medizinisches System. Die intensivmedizinische Behandlung dürfte nicht gewährleistet sein, sollte man schwer an Covid-19 erkranken.

Informationen für Reisende nach Kambodscha

Erste Anlaufstelle für Informationen für Reisende ist stets das Auswärtige Amt.

Die Reisehinweise für Kambodscha weisen zum Zeitpunkt, zu dem dieser Artikel zuletzt aktualisiert wurde, noch nun auch auf den aktuellen Stand mit Einreiseverbot und Einschränkungen bei der Visumvergabe hin.

Zusätzlich gibt es eine Covid-19-Informationsseite beim Auswärtigen Amt.

Bis auf Weiteres dürfte es stets angeraten sein, kurzfristige Reisen nach Kambodscha zu verschieben, sofern eine solche Reise überhaupt noch möglich wäre (Einreiseverbot und eingeschränkter Flugverkehr).

Tourismus in Kambodscha im Krisenmodus

Angkor Wat in Kambodscha
Normalerweise ein Besuchermagnet – Angkor Wat in Kambodscha.

Auch mit nur wenigen Fällen von Covid-19 im Land können die Auswirkungen gravierend sein.

Das zeigt Kambodscha.

So sind die Ticketverkäufe für Angkor Wat und die weiteren Tempel von Angkor im Februar 2020 regelrecht eingebrochen.

Wurden im Dezember 2019 noch mehr als 208.000 Tickets und im Januar 2020 noch mehr als 222.000 Tickets verkauft, haben sich die Besucherzahlen im Februar 2020 fast halbiert.

Hier wurden noch knapp 119.000 Tickets verkauft – siehe Webseite von Angkor Enterprise.

Die Besucherzahlen dürften in den nächsten Wochen erstmal weiter zurückgehen.

Natürlich sind die Ticketverkäufe nur ein Aspekt.

Von Freunden in Siem Reap, die im Tourismus tätig sind, wird mir berichtet, dass es überall sehr ruhig ist. Das betrifft z.B. auch Hotels, Restaurants, Bus-Unternehmen, Tour-Anbieter oder Taxi-Fahrer.

Auch anderswo zeigt der Coronavirus in Kambodscha seine Spuren.

Sihanoukville hat in den letzten Jahren einen von chinesischen Investoren befeuerten Bauboom erlebt, der durchaus negativ gesehen werden darf.

Der chinesische Tourismus ist jedoch erstmal zusammengebrochen.

Einerseits soll es jetzt sehr ruhig in Sihanoukville sein. Andererseits bricht die komplette Nachfrage weg, was dem Bau-Wahnsinn ein katastrophales Ende bescheren könnte.

Wie auch anderswo also – der Coronavirus in Kambodscha führt zu viel Unsicherheit.

Patrick WoessnerAutor
Ich bin Patrick (32) und ich bin viel unterwegs. Der Reiseblog Trip Angkor ist nach der zweiten Kambodscha-Reise entstanden. Mittlerweile sind es noch noch einige mehr Reisen dorthin geworden. Mit der Zeit bin ich so etwas wie ein Kambodscha-Experte geworden und teile hier meine Erfahrungen.
Mehr Infos zu mir gibt es hier bei Trip Angkor auf der oder auch auf meiner Persönlichen Webseite.

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